Was wurde aus Yan Barthelemy?
- Erstellt am Donnerstag, 12. April 2012 12:07
Als Yan Barthelemy im Jahr 2007 seine Profikarriere startete, waren die Erwartungen hoch. Der Kubaner, der bei Olympia 2004 die Goldmedaille im Halbfliegengewicht gewann, war zusammen mit Odlanier Solis und Yuriokis Gamboa nach Hamburg gekommen, um auch bei den Profis Erfolge zu feiern. Aber es kam anders...
Es stellte sich schnell heraus, das Barthelemys Schlagkraft begrenzt war. Im Gegensatz zu seinen beiden Teamkollegen, die einen Blitz-KO nach dem anderen feierten, dominierte Barthelemy seine Gegner unspektakulär über die Punkte. Dazu kam noch die überraschende Niederlage gegen Ernie Marquez, einen Journeyman, der zum Zeitpunkt des Kampfes einen 6(3)-4(2)-0 Rekord aufwies. Daraufhin stürzte die Karriere des einst strahlenden Olympiasiegers ab.
Nach Zwei weiteren Kämpfen, in denen er U.a. den bis dahin ungeschlagenen Alexander Espinoza schlagen konnte, traf Barthelemy dann in einem Duell der Talente auf Jorge Diaz, einen Brawler von mittelmäßigem Talent, der aber in der Lage war, extremen Druck aufzubauen. Barthelemy, der vor der letzten Runde knapp zurück lag, war gezwungen die Keilerei zu erwidern und fing sich dabei einen Volltreffer ein, der ihn schwer ausknockte. Abermals verließ der Kubaner den Ring als Verlierer.
Die Fans schrieben Barthelemy ab. Nach einem weiteren Aufbaukampf sollte er dem ungeschlagenen Roberto Benitez, damals 6(3)-0-0, als Aufbaugegner dienen. Aber der Kubaner schaffte es, einen schweren Cut bei Benitez zu öffnen, der schließlich zum Abbruch führte. Für kurze Zeit schien es, als könnte es wieder aufwärts gehen. Aber am 4 Februar 2012, also vor etwa 2 Monaten, erlitt Barthelemy erneut eine Niederlage. Sahib Usarov, 18(6)-0-0, punktete ihn klar aus und machte auch dem Letzten offensichtlich, dass Barthelemys Stil nicht zu den Profis passte.
Nach 5 Jahren als Profi hat Yan Barthelemy einen Rekord von 12(4)-3(1)-0 und ist bei Boxrec lediglich die Nr. 111 im Bantamgewicht. Vom Glanz des Olympiasiegers ist wenig geblieben. Mit 32 Jahren ist der Kubaner für seine Gewichtsklasse auch schon recht alt. Sollte er noch einen wichtigen Kampf bekommen, so dürfte es die letzte Chance für Barthelemy sein, der ein tragisches Beispiel dafür ist, dass gute Amateure nicht automatisch Profi-Weltmeister werden.


































