Biggers Better: Orlov siegt - Baghouz fällt Heimurteil zum Opfer!
- Erstellt am Samstag, 14. April 2012 00:05
Im 2. BiggersBetter Turnier, welches live bei Eurosport übertragen wurde, konnte sich der Russe Evgeny Orlov überraschend durchsetzen. In dem von jungen Talenten durchsetzten Teilnehmerfeld war der 145 Kilo Mann eigentlich als Außenseiter ins Turnier gestartet.
Im ersten Kampf trafen der bekannte Journeyman Evgeny Orlov auf Tefik Bajrami, der zuvor in 4 Kämpfen ungeschlagen war. Orlov dominierte den Kampf aber durch seine Physis und ließ den etwa 50 Kilo leichteren Franzosen nie in Schlagdistanz kommen. Dazu kamen die Uppercuts des Russen, welche Bajrami schwer zusetzten. In der 3. Runde musste Bajrami außerdem einen Niederschlag verdauen. Orlov fuhr somit eine klare UD ein.
Anschließend trat der Deutsche Agit Kabayel gegen Claus Bertino, einen erfahrenen Dänen, an. Kabayel dominierte den Kampf von Beginn an, indem er konsequent in den Infight ging und dort schnelle Hakenserien abfeuerte. Dabei wirkte der Deutsche wie eine Schwergewichts-Version von Brandon Rios, da er im Gegenzug auch viele Treffer des klar unterlegenen, aber beherzten Dänen einstecken musste. Im Endeffekt machten diese einzelnen Konter aber keinen Unterschied, weil die Überlegenheit Kabayels zu deutlich war, als dass an seinem Sieg Zweifel bestehen konnten. Eine UD brachte den Agit Kabayel sicher ins Halbfinale.
Ali Baghouz, der als Amateur bereits Belgischer Meister war, traf nun auf Florin Nazare. Baghouz bestimmte den Kampf wie erwartet durch seine kraftvollen Haken. Vor allem die Linke zum Körper war im Duell mit dem schnellen, aber verhalten boxenden Nazare sehr effektiv. Immer wieder stellte Baghouz sein gutes Auge unter Beweis, während Nazare zwar Talent aufblitzen ließ, über weite Strecken aber zu passiv wirkte. Am Ende siegte der Belgier durch SD, was angesichts des Kampfverlaufes sicherlich zu knapp war.
Nicolas Wamba, der bereits 2011 im Finalturnier von BiggersBetter stand, bekam es nun mit Mateusz Malujda zu tun. Wamba startete schwach in den Kampf, da er Probleme hatte, den aggressiv boxenden Malujda auf Distanz zu halten. Aber Wamba fing sich, und landete aus dem Rückwärtsgang heraus einige Konter. Es entwickelte sich ein enger Kampf, in dem letztendlich Nicolas Wamba mit einer SD die Oberhand behielt.
Im ersten Halbfinale trafen nun Evgeny Orlov und Agit Kabayel aufeinander. Im Gegensatz zu seinem 1. Kampf zirkelte der Deutsche nun um seinen 145 Kilo schweren Gegner herum und schien mit der Masse seines Kontrahenten nicht ansatzweise klar zu kommen. Orliv entschied die erste Runde klar für sich, weil Kabayel kaum schlug, sondern nur am laufen war. Dies änderte sich während dem restlichen Kampfverlauf auch nicht. Orlov siegte klar und deutlich mit einer UD, welche ihn direkt ins Finale brachte.
Ali Baghouz und Nicolas Wamba fochten nun den 2. Finalteilnehmer aus. Wamba begann zögerlich, während Baghouz sofort den Vorwärtsgang einschlug. In einer engen 1. Runde konnten sowohl der Belgier als auch der Franzose eine handvoll Treffer landen. In Runde 2 kam Baghouz auf, landete seinen linken Haken und erhöhte den Druck. Wambas Jab kam nun viel zu selten. Auch im letzten Durchgang konnte der Belgier die besseren Treffer landen, brachte Uppercuts und Haken unter und sicherte sich scheinbar den Sieg. Aber der Heimvorteil Wamas führte zu einer skandalösen SD für den Franzosen, welchen das Publikum standesgemäß mit einem Pfeifkonzert bedachte. Auch Wamba selbst wirkte eher beschämt, als seine Hand gehoben wurde.
Im Finale kam es dann zur Konfrontation zwischen Wamba und Orlov. Dabei kristallisierte sich schnell heraus, dass der Russe auch hier seine Physis einsetzen und mit ihrer Hilfe den Sieg erringen würde. Wamba versuchte nur zu überleben und kam selten zum Zuge. Orlov agierte druckvoll und schaffte es, seinen Kontrahenten mit limitierten, aber effektiven Mitteln in die Schranken zu weisen. Eine klare UD besiegelte Orlovs Turniersieg und bestätigte einmal mehr das Motto der Veranstaltung. Im Endeffekt wäre es aber interessant gewesen, Ali Baghouz, den unglücklichen Verlierer des 2. Halbfinals, gegen den Russen zu sehen.


































