Die Universum PK in Schwerin + Fotos
- Erstellt am Montag, 16. April 2012 19:27
- Geschrieben von Steffen Soltau, Foto Eroll Popova
Jede Menge Boxen lässt die neu aufgestellte Universum Box-Promotion am Samstagabend, den 21. April vom Stapel: Insgesamt acht Profikämpfe mit sechs amtierenden bzw. ehemaligen Champions steigen in der Sport- und Kongresshalle von Schwerin. Bei der heutigen Pressekonferenz im Café Orangerie direkt im märchenhaften Schweriner Schloss konnten die anwesenden Medienvertreter die hochklassige Fightcard in Persona begutachten. Insgesamt vier Titelkämpfe werden dem Schweriner Publikum geboten - mit Jürgen Brähmer und Marcel Meyerdiercks präsentieren sich zudem zwei waschechte Lokalhelden in der traditionsreichen Box-Hochburg von Mecklenburg-Vorpommern. „Die Schweriner verstehen sehr viel vom Boxen“, ist Universum-Chef Waldemar Kluch überzeugt, „und sie wissen sportliche Qualität sehr zu schätzen. Darum wollen wir hier ordentlich was auftischen.“ Die boxerischen Leckerbissen gibt es zu einem fairen Preis – das war dem neuen Universum-Boss ein besonderes Anliegen. „Die letzten Veranstaltungen in Schwerin unter der alten Universum-Führung waren nicht das Gelbe vom Ei. Deswegen ist es mir wichtig, dass die Schweriner hochklassige Kämpfe zu wirklich guten und fairen Preisen geboten bekommen“, so Kluch.
Im Hauptkampf des Abends geht es um die Supermittelgewichts-WM der WBA, wenn Dimitri Sartison (29 Siege, 1 Niederlage) aus dem niedersächsischen Gifhorn seinen ungarischen Stallgefährten Karoly Balzsay (24 Siege, 2 Niederlagen) fordert. Aber auch um persönliche Fairness: Vor zwei Jahren erhielt Balzsay seine erste WM-Chance, nachdem Sartison wegen einer Verletzung passen musste. Er besiegte den bis dato ungeschlagenen Stanyslav Kashtanov „auswärts“ in der Ukraine. Nun möchte Sartison den sportlichen Nimbus zurück, den er nach seiner Auffassung nur ausgeliehen hat. Mit Zuversicht blickt der Gifhorner auf den bevorstehenden Titelkampf: „Den Trainerwechsel hab ich gut verkraftet. Artur hat es mir sehr leicht gemacht. Wir verstehen uns sehr gut und ich denke, dass er mit sehr weiterhelfen konnte“, so Sartison. Die Gewichtsklasse reizt Sartison sehr. Der neue Coach von Sartison, Artur Grigorian, ist mit der ersten, gemeinsamen Vorbereitung hochzufrieden: „Die Vorbereitung verlief problemlos. Ein Stallduell ist natürlich immer eine schwierige Sache für uns alle. Aber beide Boxer bringen sich sehr viel Respekt gegenüber und ich denke es wird ein klasse Fight.“ Das Stallduell der beiden versierten Techniker ist völlig offen und könnte den Sieger für künftige „Megafights“ in der derzeit rasantesten Gewichtsklasse positionieren. „Das Supermittelgewicht ist sehr hart umkämpft. Aber ich denke, dass ich da problemlos mithalten kann“, so Sartison.
Von lukrativen Titelkämpfen darf auch Jürgen Brähmer (37 Siege, 2 Niederlagen) träumen, der sich vor heimischem Publikum empfehlen möchte. Mit einem überzeugenden Sieg über Vikapita Meroro (21 Siege, 3 Niederlagen) aus Namibia dürfte der Ex-Weltmeister ganz nah an seiner nächsten Titelchance sein. Die Form für solche Aufgaben hat er im Januar in Hamburg nachgewiesen, jetzt muss er gegen einen harten Brocken nachlegen: Meroro ist in 24 Profikämpfen nie vorzeitig besiegt worden. „Ich hab mir ein paar Videos von ihm angeguckt. Er macht auf mich einen ordentlichen Eindruck. Aber ich denke, dass ich gut vorbereitet bin und mache mir keine großen Sorgen“, so Brähmer. In seinem „dritten Frühling“ ist dem bekanntesten Leistungssportler aus Schwerin aber alles zuzutrauen – das grandiose Potential ist in seinem Fall seit jeher eingebaut.
Es war Brähmer, der Marcel Meyerdiercks bei den Profis empfohlen hat - und nun kann der quirlige Federgewichtler in seiner Stadt nach dem ersten internationalen Titel greifen. Im 22. Profikampf (21 Siege) boxt der 23-jährige Schweriner um die Intercontinental-Meisterschaft der WBO. Das ist nicht zuletzt auch eine Anerkennung durch Trainer Michael Timm: Der dritte Schweriner Akteur des Abends traut seinem Schützling die nächste Brennstufe zu. Warum auch länger warten, wenn man die renommierte nordostdeutsche Boxschule durchlaufen hat - von Traktor Schwerin bis zur Nationalstaffel der Amateure. Bis ganz nach oben ist sicher noch Zeit, doch ein paar Stufen darf so einer inzwischen schon mal klettern. „Ich hatte zwei Sparringspartner, die mir für drei Wochen, die Hölle heißgemacht haben. Ich glaube, dass hat mir gut getan“, äußert Meyerdiercks. Auch Erfolgscoach Timm war mit den Sparringspartnern sehr zufrieden. „Marcel wurde hart gefordert von seinen Sparringspartnern. Man sagt ja auch, dass Training soll härter sein als der Kampf. Für Marcel war es nicht leicht, aber es hat sich gelohnt“, so der Trainer mit Blick auf die zurückliegende Vorbereitung.
Beim 4. Titelkampf des Abends geht es dann um Boxen pur, wenn der in Frankfurt gereifte Kroate Ante Bilic (26 Siege, 2 Niederlagen) mit Rafael Bejaran (14 Siege, 1 Niederlage), Hamburger mit dominikanischem Pass, um die Mittelgewichts-EM der WBO streitet. Das sollte ein spannendes Duell auf Augenhöhe werden, durch das sich der Sieger in den Ranglisten weiter nach oben schiebt. Ein „Crossroad Fight“ zwischen zwei ähnlich hoch eingestuften Faustkämpfern.
Außerdem werden die Boxfans mit vier weiteren Kämpfen verwöhnt, wo der große Namen etwaige Titel ersetzt. Das gilt für die deutsche Box-Lady Ina Menzer (28 Siege, 1 Niederlage), die wieder in der Spur zu einer neuen WM-Chance ist. „Wir waren alle unzufrieden mit meinem letzten Kampf. Aber die Reaktionen auf meine Performance haben mit extra Motivationen gegeben um noch intensiver zu trainieren. Ich hoffe das hat sich ausgezahlt und ich mich am Samstag wieder für einen Titel-Kampf empfehlen kann“, so Menzer.
Und natürlich auch für Usbekistans Ruslan Chagaev (28 Siege, 1 Remis, 2 Niederlagen) sowie den kubanischen „Black Panther“ Juan Carlos Gomez (49 Siege, 3 Niederlagen), die beide schon als Champions reüssierten. Die beiden Routiniers geben derzeit richtig Gas, um im Schwergewicht noch mal ernsthaft anzugreifen. Gomez trifft dabei auf seinen Bezwinger Wilson. „Ich bin glücklich darüber eine Revanche gegen Wilson zu kriegen. Es ist für alle klar, es geht um Alles oder nichts. Ich werde nicht nur mir, sondern dem ganzen Universum-Team nochmal zeigen, dass ich es kann“, verspricht der Black Panther.
Schließlich ist da noch ein heißer Kandidat für die künftige Weltspitze im Cruisergewicht. Man muss nicht mal Experte sein, um die Überlegenheit zu spüren, die Rakhim Chakhkiev in seinen Kämpfen ausstrahlt. Der 29-jährige Olympiasieger vom Nordkaukasus dominiert im Ring mit großer Autorität wie unbedingtem Willen und wird bereits nach 12 Siegen (9 davon vorzeitig) als aussichtsreicher Titelaspirant gehandelt. In Schwerin will „The Machine“ diesen Ruf unterstreichen – und eine große Boxgala mit einem weiteren Sieg vor Ablauf der Distanz abrunden. Sein Trainer weiß um die Stärken seines Schützlings: „Wir wissen von Rakhim, dass er hochmotiviert ist und jeden Kampf für sich entscheiden möchte, koste es was es wolle. Ich bin mir sicher, dass er auch diesmal erfolgreich sein wird“, so Timm.
Restkarten sind ab 12,50 € in der Sport- und Kongresshalle, an allen CTS-Vorverkaufsstellen, dem TeamSportCorner und im Internet (boxing.de & eventim.de) erhältlich.



































