Interview: Ünsal Arik
- Erstellt am Dienstag, 15. Mai 2012 02:08
- Geschrieben von Leif Magnusson
Ünsal Arik, 12(12)-1(1)-0, wird am 19. Mai in Serbiens Hauptstadt Belgrad um die IBF Europameistertitel im Supermittelgewicht boxen. Bei Boxrec ist Arik auf Platz 120 platziert. Figo-Reporter Leif Magnusson sprach mit Ünsal Arik über seine bevorstehende Meisterschaft.
LM: - Ünsal, Du hast ja bereits einmal verloren, in deinem ersten Profikampf. Seitdem bist Du ungeschlagen und hast alle Kämpfe vorzeitig gewonnen.
ÜA: - Ja, ich habe eine hohe KO-Quote, 92,3%.
LM: - Dein Name klingt türkisch, aber du bist deutscher Staatsbürger?
ÜA: - Stimmt, ich bin in Bayern geboren und meine Eltern kommen aus der Türkei. Ich wohne in Regensburg.
LM: - Hast Du viele Amateurkämpfe bestritten, bevor du bei den Profis angefangen hast?
ÜA: - Ich habe 11 Amateurkämpfe absolviert. Ich bin ziemlich spät zum Boxen gekommen. Das war mit 27 Jahren.
LM: - Hast Du ein Box-Vorbild?
ÜA: - Jürgen Brähmer ist mein Idol. ER ist den Grund, warum ich mit dem Boxen angefangen habe. Ich finde ihn sehr sympathisch, auch außerhalb des Rings. Seinen Boxstil und sein Willen haben mir imponiert. Ich wollte so wie er sein, aber ich boxe meinen eigenen Stil.
Sonst gibt es einen privaten Grund, warum ich boxe. Wenn ich Champion bin und berühmt werde, dann will ich mich auch für etwas einsetzen. Muhammad Ali hat sich für die Rechte der Schwarzen eingesetzt. Ich will mich für Familienrechte einsetzen. Ich habe eine dreijährige Tochter, lebe aber nicht mit meiner Ex-Freundin zusammen, die auch Mutter meines Kindes ist. Ich habe Schwierigkeiten, mein Kind zu treffen . Ich konnte die vorgegebenen Termine einhalten, in denen ich sie bei mir haben sollte. Damit wurde mir verweigert, mein Kind zu treffen. Das tut sehr weh. Ich bin Boxer und ich muss trainieren. Ich muss zu Kämpfe machen. Damit wurde es schwierig für mich, Termine zu vereinbaren. Die andere Seite wollten es nicht einsehen. Deshalb habe ich vor, mich später für diese väterlichen bzw. elterlichen Rechte einzusetzen.
LM: - Dann hoffen wir mal, das Du deine ehrgeizigen Ziele bald erreichen wirst. Einen ersten Schritt machst du ja demnächst in Belgrad. Aber ich habe auch gesehen, dass du außerdem bald in Deutschland boxen sollst.
ÜA: - Ja, aber das ist noch nicht sicher. Wenn ich einen kurzen Kampf schaffe, dann wäre es möglich, sonst muss ich halt eine Pause machen und kann erst später wieder im Ring stehen.
LM: - Hast du schon immer in Regensburg gewohnt?
ÜA: - Ich habe ein Jahr in Berlin trainiert, sonst war ich immer hier in Regensburg. Ich habe mit meinem Freund Besar Nimani trainiert.
LM: - Dein Kampfstil, den ich am 24.02.2012 in Hamburg sehen durfte, hat mich beeindruckt. Es war klar zu sehen, dass dieser Boxer Talent hat. Ich Wünsche Dir viel Erfolg in Belgrad und hoffe, Dich bald wieder live im Ring sehen zu dürfen.
ÜA: - Danke sehr!


































