Kneift Britsch vor Simon?
- Erstellt am Donnerstag, 02. Februar 2012 13:05
Die Anzeichen verdichten sich, dass Mittelgewichtler Dominik Britsch vom Berliner Sauerland-Stall lieber seinen IBF Intercontinental Titel niederlegt, als den Gürtel gegen den schlagstarken Benjamin Simon pflichtzuverteidigen. Das deutsch-deutsche Duell war vom Weltverband IBF angeordnet und vergangene Woche in New Jersey versteigert worden. Promoter Ahmet Öner überbot Sauerland dabei deutlich und kündigte an, den Kampf am 9. März in der Türkei veranstalten zu wollen.
In der Zwischenzeit hat Kalle Sauerland öffentlich verkündet, dass Britsch den Titel eher niederlegen würde, als in der Türkei anzutreten. Ahmet Öner will diese Überlegungen nicht unkommentiert stehenlassen.
„Ich finde solche Aussagen in höchstem Maße respektlos den Boxern, den Fans, dem Verband und nicht zuletzt mir gegenüber“, sagt Öner. „Man kann sich doch nicht nur dann an Regeln halten, wenn sie einem gerade in den Kram passen. Britsch muss gegen Simon boxen, das hat der Verband so angeordnet. Und nur weil Sauerland das Purse Bid verliert, heißt es jetzt, dass sie den Titel niederlegen? Das ist unsportlich und zeugt von schlechtem Stil.“
Was Öner vor allem ärgert, ist, dass sich Sauerland zwar über die Medien äußert, aber bisher nicht auf den vorliegenden Vertrag reagiert hat. „Wir haben immer betont, dass wir gesprächsbereit sind und auf eine Antwort auf den vorliegenden Vertrag warten“, so Öner. „Aber anstatt mit uns zu sprechen, ignorieren die Kollegen uns einfach. Es mag ja sein, dass sie mit ihren Veranstaltungen viel zu tun haben, aber wenn es für Interviews zu dem Thema reicht, sollte doch auch ein Anruf oder eine kurze E-Mail drin sein. Diese Arroganz nervt mich. Ich würde fast sagen, ich habe davon die Nase voll – aber ich bin ja nicht Kalle Sauerland...“
Simons Trainer und Manager Robert Rolle ist sicher, dass man den Kampf bei Sauerland von Anfang an verhindern wollte. „Es ist ganz offensichtlich, dass Sauerland Angst um Britsch hat“, so Rolle. „Die wissen, dass Benny hauen kann wie ein Bulldozer und wollen nicht das Risiko eingehen, dass ihr so genannter Hoffnungsträger schwer ko geht.“
Ahmet Öner geht noch einen Schritt weiter: „Wie will man Britsch denn als kommenden Mann aufbauen, wenn der vor der ersten Herausforderung kneift und lieber irgendeinen drittklassigen Spanier boxt als in einem deutsch-deutschen Duell anzutreten? Dazu kommt ja noch, dass Britsch vs. Simon der Kampf zwischen der Nr. 5 und der Nr. 11 der IBF-Weltrangliste wäre. Der Sieger würde einen großen Sprung in Richtung WM machen. Will Sauerland denn gar nicht, dass Britsch Weltmeister wird? Wenn man dem Jungen den Kampf gegen Simon nicht zutraut, ist doch jetzt schon klar, dass aus dem Britsch nichts werden kann. Und wenn er den Titel jetzt niederlegt, wird er sowieso aus der Rangliste gestrichen und muss sich im nächsten Jahr wieder hinten anstellen.“
Öner ist auch persönlich schwer enttäuscht von Sauerland: „Wenn es wirklich so kommt und der Kampf platz, ist Wilfried Sauerland für mich gestorben. Bei der letzten WBO Convention kam er noch zu mir und hat mich freundlich begrüßt. Das kann er sich in Zukunft sparen.“



































