Landkarte des Boxens: Die Schweiz
- Erstellt am Dienstag, 03. April 2012 12:16
- Geschrieben von Text: Morten König Foto: Juan Julbe
Im europäischen Boxen wird die Schweiz nur selten wahrgenommen. Dabei findet sich auch im Alpenland eine handvoll interessanter Boxer, die einen Blick wert sind.
Im Schwergewicht sticht vor allem Arnold „The Cobra“ Gjergjaj heraus. Der gebürtige Albaner lebt in Pratteln und blickt auf eine Bilanz von 15(9)-0-0 zurück. Dabei überzeugt Gjergjaj nicht nur durch Power, sondern auch durch eine feine Boxtechnik, welche U.a. einen starken Jab beinhaltet. In seinen letzten Kämpfen wurden die Gegner des 27 Jährigen auch etwas stärker, was Gjergjaj aber keine Probleme bereitete. Er knockte die erfahrenen Journeyman Laszlo Toth und Prince Anthony Ikeji ebenso dominant aus, wie die Aufbaugegner zuvor.
Auch Ergun „Ice Cold“ Mersin ist ein ungeschlagener Schwergewichtler. Der 21 Jährige kommt aus Bern und konnte seine 3 Profikämpfe bisher allesamt durch Erstrunden-KO für sich entscheiden. Zudem hat er es offenbar eilig: Bis Juni sind bei Boxrec 4 Kämpfe eingetragen!
Die P4P Nr.1 des Landes ist aktuell aber ein Mittelgewichtler: Yves Studer, 27(6)-0-2, der ebenfalls in Bern lebt, aber in Fribourg geboren wurde. Als IBC Titelträger und IBF East/West European Champ ist er bereits erfahren, wenn es um internationale Titel geht. Studer ist kein Puncher, seine beste Waffe ist in der Regel seine Technik. Zudem bewies er in den Kämpfen, in denen es knapp wurde, dass er darüber hinaus über ein enormes Kämpferherz verfügt.
Für Aufsehen sorgte vor einiger Zeit auch Roberto „Rubi“ Belge, 26(4)-2(2)-1 aus Lugano. Er begab sich nach England, um Matthew Hatton herauszufordern. Belge verlor den EBU Titelkampf aber klar, als er sich durch TKO in Runde 3 geschlagen geben musste. Mittlerweile fing er sich einen weiteren KO ein, als er überraschend dem Journeyman Dzmitri Tarenka unterlag. Man darf gespannt sein, ob der Weltergewichtler noch einmal angreifen kann!
Agron Dzila, ein 23 Jähriger Cruisergewichtler, steht dagegen kurz vor dem Durchbruch. Der in Mazedonien geborene Albaner hat einen Rekord von 14(10)-1(0)-0 und ist aktueller WBO Youth Champion im Cruisergewicht. Die Chance auf den WBC Youth Titel wird er bald erhalten. Seit Beginn seiner Karriere ist Dzila viel auf Reisen. Er kämpfte U.a. in Kenia, Deutschland, Österreich und Krotaien. Leben tut Dzila aber mittlerweile in Burgdorf. Bei den Amateuren trat er in 68 Kämpfen für die Schweiz an. Am Samstag wird er seinen Titel wieder verteidigen, wenn er in Elzach auf Peter Omondi aus Kenia trifft.
Mohamed Belkacem, 20(9)-4(2)-1 aus Fribourg, gebürtig aus Algerien, wird Ende des Monats ebenfalls seine Titelchance bekommen. Der 33 Jährige wird im Kampf um den WBF Gürtel im Halbschwergewicht auf den starken Franzosen Nadjib Mohammedi treffen, der bereits Nathan Cleverly das Leben schwer machte. Dafür muss Belkacem in die Höhle des Löwen reisen. Dieses Gefühl kennt er aber bereits: Vor etwa einem Jahr boxte er schon einmal in Frankreich und verlor knapp nach Punkten, als er auf Doudou Ngumbu traf.
Auch Nuri "The Albanian Tyson" Seferi dürfte den Fans bekannt sein. Der Cruisergewichtler, welcher den WBO Cruisergewichtstitel hält, boxt aus der Schweiz heraus. Seit fast 4 Jahren ist Seferi, 31(19)-6(1)-0 ungeschlagen und konnte in dieser Phase 10 Siege am Stück feiern. Dies führt dazu, dass Seferi schon bald in die Nähe eines WM Kampfes kommen könnte.
Auch Gabor Veto lebt in der Schweiz. Der Ungar ist bei einem Rekord von 27(21)-0-0 ungeschlagen und verfügt mit seinen 23 Jahren bereits über eine Menge Erfahrung. Er hält aktuell den GBU Titel und kann sich auch mit dem Gürtel des Internationalen Deutschen Meisters schmücken. Zuletzt wurden die Gegner Vetos auch etwas stärker, was das Ende der Aufbauphase andeutet. Aber sowohl James Kimori aus auch Michael Kizza wurden vorzeitig auf die Bretter geschickt.
Die Schweiz – Ein Land, das neben Bergen, wunderschönen Seen und Uhren auch zahlreiche Boxer aufzuweisen hat, von denen es einige zu internationalen Ehren bringen könnten. Man sollte die Athleten aus dem Alpenland im Auge behalten. Vielleicht ist gerade ein zukünftiger Weltmeister dabei, zwischen Bern und Zürich seine Karriere in Schwung zu bringen.


































