Lebedev vs. Cox: Berichte der Undercard
- Erstellt am Mittwoch, 04. April 2012 21:17
Auch auf der Undercard von Denis Lebedev vs. Shawn Cox fanden sich einige interessante Kämpfe. U.a. konnten Eduard Trojanovskij, Denis Bakhtov (Foto) und der starke Alexander Bakhtin Siege einfahren. Bester Kampf der Undercard war aber das Duell zwischen Artur Akavov und Oleg Liseev, in dem sich zwei große Talente trafen.
Zu Beginn Abends konnte Eduard Trojanovskij, 10(7)-0-0, einen weiteren Sieg einfahren. Es war sein 1. Kampf seit dem Sieg über Matt Zegan, in dessen Anschluss er Deutschland verlassen hatte und in seine russische Heimat zurückgekehrt war. Gegen Yauheni Kruhlik hatte Trojanovskij aber durchaus einen zähen Gegner vor den Fäusten, der ihn forderte. Nach starkem Beginn verfiel Trojanovskij immer mehr in Schlagabtäusche, in denen ihn Kruhlik ins Leere laufen ließ und konterte. Trojanovskij blieb aber der bessere und legte eine starke Schlussrunde hin, in welcher er seine Uppercuts an den Mann bringen konnte und Kruhlik leicht am wackeln hatte. Am Ende siegte Trojanovskij klar nach Punkten und bleibt weiterhin ungeschlagen.
Artur Akavov, 5(0)-1(0)-0 setzte nun seinen bis dato ungeschlagenen Rekord gegen Oleg „Russian Gatti“ Liseev aufs Spiel. Dieser begann druckvoll und landete im Vorwärtsgang zahlreiche Körpertreffer. Akarov studierte seinen Gegner erst einmal, ehe er Ende der Runde mit einigen Volltreffern durchkam. Im Lauf der 2. Runde erwies sich Akavov schließlich als der deutlich bessere Techniker. Er hatte nun die Distanz und setzte Konter, wobei ihm seine Rechtsauslage zusätzliche Vorteile brachte. Liseev wirkte ein bisschen steif, agierte aber nach wie vor druckvoll und schaffte es, den Kampf eng zu gestalten. Erst im 3. Durchgang wurde die Überlegenheit Akavovs größer. Während Liseev nun versuchte, mehr über den Jab zu boxen, bewegte sich Akavov immer besser, schuf sich Winkel und setzte variable Konter. Aber Liseev kam stark zurück: Ein harter Körpertreffer schickte Akavov in Runde 4 überraschend zu Boden. Mit sichtlicher Mühe kam der Ungeschlagene wieder auf die Beine, wirkte aber durch den Schlag sehr mitgenommen. Das die Glocke zur Pause kam, war Akavovs Glück. Auch in der folgenden Runde sah es für ihn nicht besser aus: Akavov fand sich viel an den Seilen wieder, wo er von harten Treffern bearbeitet wurde. Liseev hatte seinen Gegner zermürbt. Zudem kassierte Akavov einen Punktabzug, als er in Runde 6 zu extrem klammerte. Liseev übernahm den Fight, in dem Akavov zwar vereinzelte Konter ins Ziel brachte, insgesamt aber zum Ende hin immer mehr von der Workrate seines Gegners erdrückt wurde. Dieses Muster setzte sich nun auch bis zum Ende fort. Oleg Liseev erntete den Lohn für seine Mühen und holte sich den Punktsieg. Sein Rekord verbessert sich damit auf 4(2)-1(0)-0, während Akavov seine erste Niederlage hinnehmen muss.
Jetzt kam es zum Duell zwischen Kretschmann-Bezwinger Denis Bakhtov, 34(23)-7(3)-0 und dem Amerikaner Jonte Willis, 8(3)-3(1)-1. Der US-Boy agierte von Beginn an im Rückwärtsgang und versuchte, seinen Jab zu etablieren. Bakhtov setzte dagegen auf seine Arbeitsrate und ein starkes Kinn. Ab Runde 2 kam der Russe besser in den Kampf und attackierte mit wilden Schwingern, Körpertreffern und Uppercuts, die Willis offensichtlich zusetzten. Aber der Amerikaner hielt sich im Kampf. Es entwickelte sich ein enges Gefecht, in dessen Verlauf Willis mehr traf, Bakhtov dafür härter. Während der Amerikaner oft nur mit dem Jab stocherte, waren die Fäuste Bakhtovs voll drin. Dafür erlitt der Russe aber auch einen stark blutenden Cut über dem linken Auge. Dennoch arbeitete Bakhhov unermüdlich weiter und konnte in der 8. Runde eine handvoll rechter Schlaghände ins Ziel bringen. Willis wirkte nun ausgelaugt und beschränkte sich darauf, in Bakthovs Angriffe hinein zu schlagen, wobei er aber selbst getroffen wurde. Dem Kampfverlauf entsprechend wurde es am Ende knapp: Es wurde eine SD (2:1 Entscheidung) für Bakhtov verkündet.
Nachdem Roy Jones Jr. einen Auftritt als Rapper absolvierte, kam es nun zum 2. Hauptkampf des Abends. Alexander Bakhtin, 29(11)-0-0 bekam es mit Nehomar Cermeno, 20(12)-5(1)-1 zu tun. Auf dem Spiel stand der WBA International Titel im Superbantamgewicht. Bakhtin begann stark, indem er seinen Jab etablierte und immer wieder Körpertreffer einstreute. Der Russe dominierte einen actionarmen Kampf, spielte seine Beinarbeit aus und ließ Cermeno beständig ins Leere laufen. Die ersten 4 Runden konnte Bakhtin allesamt für sich entscheiden. Cermeno hatte auch in der Folge Schwierigkeiten, die Distanz zu finden. Bakthin war zu flink, während Cermenos Schwinger immer wieder daneben gingen. Mit der Zeit frustrierte er zusehends, was dazu führte, dass Cermenos Attacken immer mehr an Präzision vermissen ließen. Ab Runde 6 versuchte es der Venezuelaner mit der Brechstange, was Bakthin zum kontern nutzte. Erst in Runde 9 kam Cermeno zum Erfolg, als Bakhtin einen Gang zurück schaltete, um sich etwas zu erholen. Allerdings war Cermeno nicht in der Lage, diese Phase auszunutzen. Bakhtin boxte seinen Stiefel runter, vermied Gegentreffer und kam zu einem lockeren Punktsieg. Somit dürfte Bakthin einem WM Kampf immer näher kommen. Der Russe überzeugte einmal mehr durch seine Technik, Beinarbeit und Präzision.

































