Nachbericht: „Hanse-Cup“ des TSV Korbach
- Erstellt am Donnerstag, 05. April 2012 09:04
- Geschrieben von Stefan Weichbrot, Fotograf: Artur Worobiow
23 Kämpfe an einem Nachmittag – das Programm beim „Hanse-Cup“ des TSV Korbach am Sonntag hatte es in sich. Die heimischen Boxer waren unterschiedlich erfolgreich: Drei Siegen standen drei Niederlagen gegenüber, außerdem gab es ein Unentschieden. (Foto Trainer Reinhard Jassmann)
Korbach: Sehr viele Vereine – etwa 130 Athletinnen und Athleten aus allen Alters- und Gewichtsklassen – hatten sich im Vorfeld angemeldet. Etwa 70 Boxer gingen schließlich über die Waage und daraus wurden 23 gutklassige Kämpfe zusammengestellt. Rund 300 Zuschauer sorgten in der City-Passage für eine gute Stimmung, sahen einige spannende Kämpfe und trugen dazu bei, dass der „Hanse-Cup“ ein voller Erfolg wurde. Am sportlich erfolgreichsten waren letztlich die Boxer des 1. BC Marburg, die die meisten Siege errangen und den erstmals vergebenen „Hanse-Pokal“ mit an die Lahn nahmen.
Empfang für Gäste
Einige Gäste reisten bereits am Samstag nach Korbach an, etwa aus Berlin und Bern. Die TSV-Abteilungsleiter Lothar Junker und Reinhard Jassmann sowie Erste Stadträtin Gudrun Limperg begrüßten die Sportler herzlich und gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass sich eine feste Freundschaftsbeziehung zwischen den Vereinen entwickeln könnte. Als Erinnerung an den Aufenthalt in Korbach wurden den Trainern der Boxer aus der Bundes- und der Schweizer Hauptstadt je ein Paar goldene Boxhandschuhe überreicht, auf denen Korbacher Boxer unterschrieben hatten.
In Aktion waren die Korbacher Boxer einen Tag später unterschiedlich erfolgreich. Als Erster stieg Jonathan Kem, der in der Kadettenklasse einen hervorragenden Kampf zeigte, in den Ring. Sein Gegner Tumiolan Akhmadov hatte den Korbacher vor mehreren Monaten schon einmal klar besiegt. Er legte los „wie die Feuerwehr“ und zeigte auch ansprechendes technisches Boxen. Das Korbacher Trainergespann Reinhard Jassmann und Dimitri Schluthauer stellte seinen Schützling in der ersten Pause gut ein und los ging die Aufholjagd. Mit größter Energieleistung setzte er immer mehr Akzente und verdiente sich das Unentschieden.
Drei Korbacher Niederlagen
Alexander Wagner traf wie schon bei den vergangenen Meisterschaften wiederum auf einen Marburger. Adam Bairijew brachte knapp zwei Kilogramm mehr auf die Waage und seine körperlichen Vorteile im Verlauf des Gefechts immer mehr zur Geltung. Gepaart mit guter Technik wurde die Überlegenheit des Universitätsstädters im Verlauf der drei Runden immer deutlicher, sodass Referee Thorsten Dietrich nach zweimaligem schützenden Anzählen den Kampf noch kurz vor dem Schlussgong abbrach – eine voreilige Entscheidung, wie Jassmann meinte: „Da war der Ringrichter etwas übervorsichtig.“
Das zweite Duell zwischen Korbach und Brackwede brachte erneut ein enges Gefecht. Doch konnte sich Christos Papahristas im Verlaufe der drei Runden gegen einen sich tapfer wehrenden Hermann Gebel, der bis zum Ende der zweiten Runde noch wie der Sieger aussah, einen einstimmigen Punktsieg sichern.
Thomas Lorenz kam anschließend mit dem Marburger Rechtsausleger Ömer Zorlu nicht zurecht. Der BC-Boxer kam mit seiner Schlaghandgeraden immer wieder durch und sicherte sich am Ende einen Punktsieg.
Waldemar Maier akzeptierte mit seinem Trainergespann gegen Elias Ben Selik aus dem belgischen Eupen einen gewissen Gewichtsnachteil, um vor heimischem Publikum kämpfen zu können. Der Korbacher riskierte einiges, um für die Endkämpfe der deutschen Jugendmeisterschaften in der letzten Aprilwoche in Köln gut vorbereitet zu sein. Der belgische Leichtgewichtsmeister hatte zwar eine sehr gute Beinarbeit und ließ sich nur schwer treffen. Den Kampf machte aber Maier. Der Korbacher punktete vor allem im Nahkampf und siegte mit 2:1 Richterstimmen. „Für ihn war es Schwerstarbeit“, bilanzierte Jassmann.
Miguel Möller holt alles raus
Einen spannenden Kampf aus Korbacher Sicht versprach das Duell im Jugend-Mittelgewicht zwischen Lokalmatador Miguel Möller und dem noch ungeschlagenen, aber unerfahreneren Hanauer Thomas Kraftzcyk. Die Kontrahenten agierten aus einer geschlossenen Doppeldeckung und bearbeiteten sich permanent. Den verdienten Sieg errang schließlich der in den ersten beiden Runden bestimmende und zum Schlussgong hin noch mal alles aus sich herausholende Korbacher. „Miguel musste an seine Grenzen gehen und hat einen beeindruckenden Kampf gezeigt“, sagte Jassmann.
Im einzigen Gefecht zweier Boxerinnen bekamen die Zuschauer viel geboten. Den Kampf dominierte die Korbacherin Viviane Slawik. Die TSV-Boxerin zeigte von Beginn an großen Siegeswillen und boxte angriffsorientiert gegen die technisch sehr versierte Madina Asanova, die einige Erfolge im Kickboxen vorweisen kann. Letztlich triumphierte die „Kämpferin“ über die „Technikerin“.(lei/sha/swe)

































