Chemiepokal Tag 1 (Nachmittag)
- Erstellt am Donnerstag, 15. März 2012 01:18
Nachdem bereits am Vormittag die Fäuste geflogen waren, ging der Chemie-Pokal 2012 am Nachmittag weiter.
Fliegengewicht
Jose Meza (Ecuador) traf im ersten Kampf auf den starken Erdal Inanci (Türkei). Dieser legte auch sofort los wie die Feuerwehr und attackierte Meza. Trotz der Rechtsauslage des Ecuadorianers konnte der Türke auch sofort Treffer landen. Zudem schaffte er es, seinerseits in die Konter des Gegners hinein zu schlagen und kam so zu weiteren Zählern. Zudem setzte es in Runde 2, als der Türke etwas nachließ, auch noch einen Punktabzug wegen Haltens, welcher Meza weiter zurück warf. Nach Runde 2 stand es 9-3 für Inanci, der im Verlauf der letzten Runde nur noch im Rückwärtsgang unterwegs war. Meza spürte die nachlassende Kraft seines Kontrahenten und setzte aggressiv nach. Inanci schwankte und schien vollkommen am Ende. Die erlösende Glocke sicherte ihm aber dennoch einen klaren 7-12 Sieg. Der verdiente Lohn für einen starken Beginn.
Halbweltergewicht
Es ging im Halbweltergewicht weiter. Artem Zaytsev (Russland) boxte im Zweiten Kampf des Nachmittags gegen Yakup Sener (Türkei). Der Russe kristallisierte sich rasch als Derjenige heraus, der den Kampf machte. Mehr als einmal stellte er Sener an den Seilen und holte sich eine 6-4 Führung. Auch in Runde 2 wirkte Zytsev variabler. In den einzelnen Schlagwechseln wusste er sich insbesondere mit einer Links-Rechts Kombination zu behaupten. Seine Führung wuchs auf 13-6 an. Sener mühte sich in der Folge redlich, befand sich aber stets in der Defensive. Abermals schlug Zaytsevs Rechte ein. Sener schaffte es zwar ohne Wackler über die Zeit, konnte eine 10-18 Niederlage aber nicht mehr verhindern.
Antony Yigit (Schweden) traf nun auf Evaldes Petrauskas (Litauen). Letzterer startete auch sofort durch, indem er Yigit ein ums andere mal an den Seilen festnagelte, und ihn dort mit Kombinationen bearbeitete. Runde 1 entschied er auf diese Weise mit 4-3 für sich. Der Schwede erwiderte nun den aggressiven Stil seines Gegners und ließ sich auf einen begeisternden Schlagabtausch ein, welcher die Zuschauer von den Sitzen riss! Beide Kämpfer landeten schwerste Treffer. Nach Runde 2 führte Petrauskas noch immer, inzwischen mit 11-8. Besonders sein Linker Haken erwies sich als effektiv, wenn Yigit versuchte, sich aus dem Brawl zu lösen. Petrauskas zwang dem Schweden seinen Stil hervorragend auf, sodass diesem auch im Dritten Durchgang nichts anderes übrig blieb, als mit zu keilen. Zweifellos einer der spektakulärsten Kämpfe des Tages! Am Ende triumphierte der Litauer mit 21-13.
Dimitri Galagots (Moldawien) duellierte sich nun mit dem flinken Jun Yang (China). Yang begann den Kampf im Rückwärtsgang, fand aber am Ende der Runde besser ins Gefecht und landete einige Treffer. Ein enger Kampf, der auf hohem technischen Nivau geführt wurde, nahm seinen Lauf. Yang agierte ab Runde 2 in erster Linie mit Kontern, während Galagots den Kampf machte, aber nur selten klare Treffer ins Ziel bringen konnte. In Runde 3 gelang es Yang schließlich, sich etwas abzusetzen. Galagots schien nun die Kondition zu fehlen, da er zwar marschierte, aber kaum schlug. Mit 13-12 holte sich Jun Yang einen hauchdünnen Sieg.
Jetzt kam es zu einem Kampf mit Deutscher Beteiligung. Ross Hickey (Irland) traf nämlich auf den starken Artem Harutyunyan (Deutschland). Dieser hatte zwar ein bisschen mit Hickeys Rechtsauslage zu kämpfen, errang aber mithilfe seiner starken Technik rasch die Oberhand. Besonders in Runde 2, in der Harutyunyan mit Drei schweren Treffern durchkam, die Wirkung hinterließen. Auch im Dritten und letzten Durchgang fanden die Schläge des Deutschen zuverlässig einen Weg durch Hickeys Deckung, der ungeachtet dessen sein irisches Kämpferherz unter Beweis stellte. Immer wieder griff Hickey an, vermochte es aber nicht, klare Treffer zu landen. Am Ende konnte Artem Harutyunyan ein klares 21-9 einstreichen.
Weltergewicht
Patrick Wojcicki (Deutschland) bekam es im anschließenden Kampf mit dem erfahrenen Tuvshinbat Byamba (Mongolei) zu tun. Nach einer ausgeglichenen ersten Runde, in der Beide Boxer Akzente zu setzen wussten, übernahm Byamba allmählich den Kampf. Wojcicki hatte mit Dauer des Fights immer mehr Probleme mit dem offensiven Kampfstil seines Widersachers. Der Mongole stellte Wojcicki immer wieder an den Seilen, landete Kombinationen und arbeitete unermüdlich. Vom Deutschen kamen nur selten Gegenangriffe. Dies setzte sich auch in Runde 3 fort. Umso überraschender war dann das Urteil, das Patrick Wojcicki mit 9-6 zum Sieger erklärte. Überraschte Rufe aus dem Publikum unterstrichen, das die Punktrichter keine zufriedenstellende Entscheidung getroffen hatten.
Ionut Gheorghe (Rumänien) boxte im nächsten Kampf gegen Danito Creati (Italien). Obwohl der Rumäne deutlich älter war, bewies er rasch, dass Reflexe und Technik auf seiner Seite waren. Bereits in Runde 1 erwischte er seinen Konkurrenten mit mehreren Rechten. Creati fightete beherzt zurück, schaffte es aber nicht, den flinken Gheorghe zu erwischen. In Runde 2 wackelte der Italiener schließlich kurz, biss aber die Zähne zusammen und hielt durch. Gheorghe drängt in der Folge nicht auf den KO, sondern boxte den Kampf kontrolliert zu Ende. Creati schluckte alle Treffer, war aber nie ernsthaft in Gefahr, zu Boden zu müssen. 19-8 hieß es am Ende. Ein klarer Punktsieg für Ionut Gheorghe, der einen starken Eindruck hinterließ.
Der gut geschulte Techniker Serik Sapiyev (Kasachstan) traf nun auf den limitierten, aber beherzten Myke Carvalho (Brasilien). Dabei nutzte er von Beginn an seinen Speedvorteil. Sapiev studierte seinen Gegner kurz, dann trommelte er auch schon mit sehenswerten Kombinationen auf Carvalho ein, der seinerseits erst einmal sparsam mit Gegenangriffen umging. Erst in Runde 2 schlug der Brasilianer zurück, konnte aber mit seinen geschwungenen Attacken kaum Treffer setzen. Sapiyev hatte alle Vorteile auf seiner Seite und spielte diesen Umstand voll aus. Runde 3 holte er sich ebenfalls überdeutlich. Am Ende triumphierte der Kasache verdient mit 16-6 und genoss den verdienten Applaus des Publikums.
Andrei Zamkovol (Russland) maß sich nun mit Errol Lee Spence (USA). In einem von Taktik geprägten Kampf schaffte es Spence, mithilfe seinem Rechten Jab einige Punkte zu sammeln. Insgesamt landeten Beide aber wenig Treffer. Die Kontrahenten lauerten auf Fehler, tauschten Führungshände aus und bewiesen erstklassige Technik. Spence setzte sich nach Zwei Runden hauchdünn ab. Mit 5-4 ging der Amerikaner in die 3te und letzte Runde. Zamkovol versuchte noch einmal alle Register seines Könnens zu ziehen, agierte dabei aber nicht bissig genug, um Spence zu überraschen. Bei einem Stand von 9-9 entschieden sich die Punktrichter schließlich für den Amerikaner. Es war ein Kampf, der den Fans vor Augen führte, dass ein harter Sieg auch auf Taktischer Ebene erreicht werden kann.
Abdülkadir Köroglu (Türkei) kämpfte im 10 Kampf des Nachmittags gegen den starken Sebastian Knigge (Deutschland) Knigge fand allerdings vorerst schwer in den Kampf. In einer ausgeglichenen ersten Runde hatte der Türke leichte Vorteile. Knigge mühte sich redlich, hatte aber in den jeweiligen Schlagwechseln immer leicht das Nachsehen. Die ersten Beiden Runden holte sich Köroglu mit kleinem, aber verdienten Vorsprung. Knigge warf noch mal alles nach Vorne, hatte aber auch in der Dritten Runde Probleme, die Distanz zu finden. Koröglu siegte mit 12-10 und holte somit einen starken Sieg in die Türkei.
Adam Nolan (Irland) und Vasili Belous (Moldawien) fochten nun den 11ten Kampf des Nachmittags aus.Bereits in Runde 1 stellte sich Nolan als besserer Boxer heraus, der aber mit dem unbequemen Stil seines Moldawischen Gegners nichts anzufangen wusste. Belous hielt sich mit seinen unorthodoxen Angriffen im Kampf, traf aber immer wieder auf Nolans Schlaghand, welche auch die 2te Runden nach Irland brachte. Erst im Schlussdurchgang konnte Belous einige Volltreffer landen. Allerdings nur mithilfe von Unsportlichkeiten. Der Ringrichter war mehr als einmal gefragt. Nolan hielt dagegen so gut er konnte, landete ab und an einen Konter und sicherte sich den Kampf mit einem knappen 10-9. Keine Glanzleistung des Iren, der aber trotzdem andeutete, wozu er an besseren Tagen fähig ist.
Als nächstes kam es zum Kampf zwischen Mehdi Khalsi (Marokko) und Egidijus Kavaliauskas (Litauen). Beide starteten sehr verhalten in den Kampf. Vorerst blieb es beim Austausch einiger Jabs, zuweilen sprang der Litauer auch in den Mann, um einen Haken zu landen. Im Verlauf der ersten Beiden Runden kristallisierte er sich als Derjenige heraus, der variabler zu boxen wusste und sich auf diese Weise Vorteile erarbeiten konnten. Khalsi bemühte sich zwar, hatte aber immer eine Hand weniger im Ziel. In Runde 3 erhöhte er deshalb seine Anstrengungen, lief aber immer wieder in Konter Kavaliauskas hinein. Mit 7-4 siegte der Litauer schließlich, was seinem technisch sehenswerten Kampf eine verdiente Krönung verpasst.
Zum Abschluss der Zweiten Kampfeinheit kam es dann noch einmal zu einem Kampf mit Deutscher Beteiligung. Denn der Gegner von Wei Liu (China) war Niemand anderes als Araik Marutjan (Deutschland), der bei vielen als großes Talent gilt. Im Kampf mit Liu zeigte sich rasch, dass Marutjan der bessere Techniker war. Liu schaffte es aber, den Deutschen immer wieder in offene Schlagabtäusche zu ziehen, in denen er sich Vorteile erhoffte. Aber Marutjan bewies Übersicht und landete Im Verlauf der ersten Beiden Runden mehrere Kombinationen. Liu hielt zwar tapfer dagegen, vermochte es aber nicht, an der Tendenz etwas zu ändern. Im Gegenteil, Marutjan legte in der 3ten Runde noch einmal an Tempo zu und sicherte sich einen klaren 18-7 Sieg, mit dem er die Nachmittags-Kämpfe versöhnlich abschloss.

































