Maidana unterliegt unsauberem Alexander / Broner bleibt Weltmeister
- Erstellt am Sonntag, 26. Februar 2012 05:45
- Geschrieben von Morten König Foto: Galeria de Daniel Ivoskus
Auch in Amerika wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag geboxt. HBO sendete eine Card mit Zwei starken Kämpfen, die im Vorfeld Beide als ausgeglichen angesehen wurden.
Den Anfang machte die Superfedergewichts WM zwischen Titelverteidiger Adrian Broner und seinem Herausforderer, dem starken Techniker Eloy Perez.
Beide Boxer starteten verhalten in den Kampf. Zur Mitte der Runde konnte Broner einen linken Haken landen, während Perez erst einmal auf der Suche nach der richtigen Distanz war. In diese Phase ließ er bereits seinen Speed aufblitzen, vermochte es aber nicht, Broner zu treffen. Dieser riss die Runde mit einer harten Rechten endgültig an sich. Broner übernahm nun die Rolle des Aggressors und setzte Perez zunehmend unter Druck. In Runde Zwei setzte Broner durch die Bank die härteren Treffer, während Perez Vorstöße unkoordiniert und wild aussahen. Kurz vor Ende der Runde fand sich der Herausforderer schließlich in der Ecke wieder und musste erstmals sein Kinn unter Beweis stellen, als Broner mehrere Treffer landete. Neben Broners Linkem Haken fiel dieses mal vor allem die Rechte auf, die zuverlässig an Perez Kinn einschlug. Dieser kam nicht mit der Defensive des Weltmeisters zurecht, der Kopftreffer durch seine Mischung aus Deckung und Beweglichkeit geschickt zu verhindern wusste. Perez dagegen wusste Broners Rechter Schlaghand bis zum Ende in Runde Vier nichts entgegen zu setzen. Unerwartet früh schlug der entscheidende Treffer ein, welcher Perez zu Boden schickte. Dieser war zwar noch voll bei Bewusstsein, hatte aber sein Gleichgewicht nicht mehr unter Kontrolle. Wie einst Trevor Berbick im Kampf mit Mike Tyson. Perez bemühte sich Zwei mal aufzustehen, knickte aber sofort wieder ein. Der Ringrichter brach daraufhin ab, ehe er das Zählen beendet hatte.
Nun kam es zum Hauptkampf. Lokalmatador Devon Alexander traf auf den favorisierten Argentinier Marcos Maidana, der sich bereits mit Victor Ortiz, Amir Khan und Erik Morales denkwürdige Schlachten geliefert hatte.
In Runde Eins wirkte Alexander gut auf seinen Kontrahenten eingestellt. Er bestimmte die ersten Drei Minuten im wesentlichen mit einem Jab, während Maidana den Weg in den Infight noch suchen musste. Immerhin konnte er schon einmal mit Zwei Schlaghänden bei Alexander anklopfen. Zum Leidwesen der Zuschauer bestimmte ab Runde Zwei intensives Klammern das Bild. Alexander versuchte auf diese Weise, Maidana am Infight zu hindern. Diese Rechnung ging auch auf. Der Argentinier wirkte limitiert und konnte kaum klare Treffer landen, während Alexander punktete, sobald er in der Distanz stand. Dies änderte sich aber schon bald. In Runde Drei fand Maidana endlich ein Mittel gegen Alexander und stellte ihn mehrmals an den Seilen, wo er vor allem mit seiner Rechten Geraden traf. Aber auch der Amerikaner brachte ab und an Konter ins Ziel. Ein Cut behinderte Alexander von diesem Zeitpunkt an. Dennoch konnte er den Vierten Durchgang klar für sich verbuchen, als er zahlreiche, gut getimte Konter landen konnte. Maidana war zwar fleißig, ließ nun aber wieder an Distanzgefühl vermissen. Kurz darauf setzte sich die Klammerorgie Alexanders fort. Erst in Runde Sechs folgte die nächste nennenswerte Aktion: Maidana wackelte nach einem schweren Treffer Alexanders und musste zu Boden. Ringrichter Steve Smoger wertete die Szene allerdings nicht als Niederschlag. Dennoch setzte Alexander nach und landete Zwei harte Linke Haken, die Maidana durchschüttelten. Allerdings brawlte der Argentinier weiter mit, was Alexander zurück schrecken ließ. Er beherrschte den Kampf nun klar, was in erster Linie der Tatsache geschuldet war, dass Smoger ihm die zahllosen Klammeraktionen durchgehen ließ, für die Alexander normalerweise mindestens einen Punktabzug kassiert hätte. In Runde Acht folgten die nächsten Volltreffer, die Maidana in den Rückwärtsgang zwangen. Der Argentinier wirkte nun frustriert und schaffte es weiterhin nicht, nennenswerte Treffer zu landen. Nicht einmal die Kraft für eine Schlussoffensive war bei Maidana zu finden, der über den gesamten Kampf hinweg vollkommen limitiert und langsam wirkte. Nur die Dritte Runde hätte man ihm geben können. Alexander brachte die Klammerorgie locker ins Ziel und feierte einen unerwartet deutlichen Sieg ein. Mit Zwei mal 100-90 und einmal 99-91 meldete sich der Amerikaner nach einem schwachen 2011 zurück. Einen Zulauf an Fans hat der unbeliebte Mann aus St.Louis mit dieser Vorstellung aber sicher nicht zu erwarten. Maidana hatte nach dem Kampf nur eines zu sagen: „Es war ein Fehler, ins Weltergewicht aufzusteigen. Das war nicht meine Gewichtsklasse!“


































