Alexander Povetkin schlägt Marco Huck knapp nach Punkten
- Erstellt am Samstag, 25. Februar 2012 23:20
Alexander Povetkin gewinnt in Stuttgart gegen Marco Huck und bleibt damit WBA Weltmeister im Schwergewicht. Das Kampfgericht wertete die Weltmeisterschaft nach 12 Runden überraschend klar für Povetkin: 116:113, 116:112, nur Philippe Verbeke wertete „real“ und gab mit 114-114 ein Unentschieden.
Marco Huck hat nun 10 Tage Zeit um zu überlegen, ob er nun wieder ins Cruisergewicht zurückkehrt, wo er dann als amtierender WBO Weltmeister weiterkämpfen kann. Mit nur 95 Kilogramm war er für diesen Fight im Schwergewicht noch zu leicht. Povetkin brachte immerhin 9 Kilo mehr mit in den Ring. Povetkin muss seinen Titel nun gegen den Amerikaner Hasim Rahman verteidigen, den der Weltverband WBA auf dem ersten Platz der Herausforderer führt.
Marco Huck vs. Alexander Povetkin - Videos vom gesamten Kampf
So einen starken Kampf hatten von Marco Huck wohl wenige erwartet. Gegen den Olympiasieger aus Russland ging er von der ersten Rund an aggressiv und ohne Respekt zur Sache. Er schlug aus allen Lagen und erwischte Povetkin oft auf dem Hinterkopf, da sich dieser zum Schutz zu tief abdruckte, was vom Ringrichter Luis Pabon nicht beanstandet wurde.
Die erste große Überraschung gab es in Runde 5, als Huck den Weltmeister schwer anschlagen konnte. Nun trumpfte der Deutsche auf und stellte Povetkin in der 7. Runde am Seil, was beim Titelverteidiger nicht ohne Wirkung blieb.
Besonders in den letzten Runden, als Huck mit einem breiten Cut und einer Schwellung über dem rechten Auge zu tun hatte, wirkte Povetkin kraft- und mutlos. Wenige Sekunden vor dem Ende der 12. Runde kämpfte Povetkin ums Überleben, fiel aber nicht auf den Ringboden.
Marco Huck konnte das Urteil nicht verstehen: „Ich habe ihn mit der Führhand gut getroffen. Der Typ konnte nicht mehr gerade stehen und wird zum Champion erklärt. Viele die diesen Kampf gesehen haben, werden mich auch als Sieger gesehen haben.“
Alexander Povetkin, der kaum noch sprechen konnte, sagte nach dem Duell: „Am Anfang lief es gut, dann bekam ich aber große Probleme. Wir haben uns hervorragend vorbereitet. Aber vielleicht war ich nicht ernst genug auf diesen Kampf eingestellt“
Ulli Wegner: „Ich verstehe nicht warum Povetkin so tief stehen durfte und der Ringrichter nichts dagegen unternahm.“
Henry Maske: „Povetkin hat sich hier selbst geschlagen. Sein alter Trainer Teddy Atlas legt wenig Wert auf Kondition und Grundlagen. Dass konnte sein neuer Trainer nicht in drei Wochen aufholen. Hier haben sie sich deutlich überschätzt. Ulli Wegner hat recht, Povetkin hat sich geschützt in dem er sich zu tief duckte. Wer genug Kraft hat, braucht nicht so zu kämpfen. Der Ringrichter hätte das unterbinden müssen.“


































