Chemiepokal: Tag 3 (Vormittag)
- Erstellt am Samstag, 17. März 2012 00:04
Auch am 3ten Tag des Chemiepokals in Halle flogen ausgiebig die Fäuste. Die erste Einheit des Tages enthielt 10 Turnierkämpfe sowie Zwei Vorkämpfe, die von Schülern bestritten wurden.
38 Kilo
Den Beginn machten Luuk Orhuis (Niederlande) und Khaled El Jarbi (Deutschland). Der Niederländer startete aggressiver in den engen Kampf, war aber offen für Konter. Auf diese Weise landeten Beide ihre Treffer. 3-2 hieß es nach Runde 1. In der Folge agierte El Jarbi wesentlich kontrollierter und fing an, sich an den Stil seines Kontrahenten zu gewöhnen. Nach Runde 2 stand es 6-3. Orhuis warf im letzten Durchgang noch mal alles nach Vorne, fand sich aber stets den Schlagserien El Jarbis gegenüber. Mit variablen Körper-Kopf Kombinationen sicherte sich der Deutsche auch Runde 3 und siegte mit 8-4.
44 Kilo
Im Zweiten Schülerkampf fochten Carlo Klouwen (Niederlande) und Dzeniz Hukzic (Deutschland) den Sieg aus. Klouwen begann mit massivem Druck und ließ einen wahren Schlaghagel auf Hukzic niederfahren. Aber der Deutsche behielt denn Überblick und boxte seinen Gegner klassisch aus. Mit 5-2 ging Hukzic in die Pause. Klouwen blieb aber hartnäckig und kam etwas heran. Erst Ende des Zweiten Durchgangs kamen wieder die Rechten Schlaghände des Deutschen, welche Klouwen erschütterten. Mit 8-5 war der Vorsprung bei 3 Punkten geblieben. Der Niederländer marschierte nun mit dem Herz eines Löwen, hatte der feineren Technik, dem Auge und dem Speed seines Gegners nichts entgegen zu setzen. 12-8
Fliegengewicht
Nun kam es zum ersten der 10 Hauptkämpfe, die im Rahmen des Turniers stattfanden. Jasurbek Latipow (Usbekistan) bekam es mit Oubali Nordine (Frankreich) zu tun. In Runde 1 hatte der Franzose sofort die Distanz gefunden und bearbeitete seinen Gegner mit geschickt ausgeguckten Rechten Haken. Auch seine Linke Schlaghand landete im Ziel und brachte Latipow zum Ende der ersten 3 Minuten verdächtig ins Schwanken. Der Zwischenstand von 5-5 spiegelte leider nicht den Kampfverlauf wider. Der Usbeke kam in Runde 2 aber tatsächlich auf, und brachte seine Geraden bei Nordine unter. Dieser konterte immer wieder mit dem Rechten Haken, wirkte aber nicht mehr so dominant wie zuvor. Der Usbeke führte vor der 3ten und letzten Runde dennoch mit 11-8. Nordine war in der Folge konditionell am Ende, sodass seine Bemühungen, das Ruder herum zu reißen, in Kontern endeten. Am Ende siegte Latipow mit 15-11.
Serdamba Purevdorj (Mongolei) traf nun auf den kampfstarken Michael Conlon (Irland). Bereits in Runde 1 konnte sich der Mongole einen klaren Vorsprung erarbeiten. Er hatte von Beginn an die Distanz und war vor allem mit seinem Rechten Haken erfolgreich. Conlon hatte Probleme, seinen flinken Kontrahenten zu stellen, was sich auch im 2ten Durchgang fortsetzte. Purevdorj baute seine Führung aus. Immer wieder hatte er mit technisch brillianten Schlägen Erfolg. Erst in der Schlussrunde, in der Conlon einen wahren Sturmlauf unternahm, kam der Mongole in die Verlegenheit, selber kassieren zu müssen. Conlon zog ihn in einen Brawl und landete immer wieder schwere Linke Haken, die Purevdorj durchschüttelten. Auf diese Weise kam der Ire doch noch in die Situation, eine Chance zu haben. Zähler um Zähler sammelten sich – Aber leider knapp zu wenig. Bei einem 15-15 wurde der Mongole zum Sieger erklärt, da es bei diesem Turnier keine Unentschieden gibt. Serdamba Purevdorj schaffte es somit, in die nächste Runde einzuziehen.
Leichtgewicht
Jetzt kam es zum Aufeinandertreffen zwischen David Olivier Joyce (Irland) und Michael Conceicao (Brasilien). Joyce hatte am Tag zuvor einen starken Eindruck hinterlassen, mühte sich nun aber mit dem flinken Brasilianer, der im Rückwärtsgang Treffer zu setzen wusste. 2-6 hieß es in der ersten Pause. Joyce erhöhte nun das Tempo und drängt in den Infight. Aber Conceicao ging stets als Sieger aus den Schlagwechseln hervor. Eine 12-7 Führung begleitete den Brasilianer in die letzte Runde. Joye kam einfach nicht zum Zuge, obwohl er sich redlich mühte. Conceicao siegte am Ende verdient mit 17-10.
Dimitry Polyanskiy (Russland) und Gani Zhaihlauov (Kasachstan) trafen sich nun zum letzten Leichtgewichtskampf des Tages. Zhailaouv, der am Vortag bereits durch sein Distanzgefühl aufgefallen war, fand sofort in den Kampf und holte bereits früh ein 3-2 heraus, welches er in die 2te Runde retten konnte. Auch hier setzte sich die Dominanz des Kasachen fort. Zhailauov bestimmte den Fight aus der Distanz und hielt sich Polyanskiy geschickt vom Leib, der sich bei seinen Versuchen in den Infight kommen stets den Kombinationen Zhailaouvs gegenüber sah. Auch Körpertreffer wurden eingestreut. Erst zum Ende der Runde konnte Polyanskiy Zwei harte Körpertreffer landen, die der Kasache aber ohne weitere Probleme wegsteckte. Zhailaouv zog mit 8-5 davon und verdiente sich bereits vor Beginn der 3ten Runde den Beifall des Publikums. Der Russe dagegen bemühte sich, konnte dem cleveren boxen seines Widersachers aber nichts entgegen setzen. Diese Bild änderte sich auch im letzten Durchgang nicht. Das 15-8, mit dem der Kasache am Ende überlegen war, konnte durchaus als schmeichelhaft für Polyanskiy betrachtet werden.
Halbweltergewicht
Jetzt kam es zum Duell zwischen David Müller (Deutschland) und dem amtierenden WM, Everton Lopes (Brasilien). Der Südamerikaner bewies auch sofort, weshalb er zu internationalen Titelehren gekommen war: Aggressiv und dominant prügelte er Müller durch den Ring, der in Runde 1 überhaupt nichts entgegen zu setzen hatte. Lopes war zu schnell, um sich erwischen zu lassen. Immer wieder landeten Haken an Müllers Kinn, der sich erst in Runde 2 an den Brasilianer heran kämpfte. Lopes Kondition ließ nach dem schnellen Start merklich nach, sodass Müller einige Körpertreffer setzen konnte. Im 3ten Durchgang attackierte der Deutsche schließlich mit aller Kraft, landete Linke Haken und konnte Lopez sichtlich Probleme bereiten. Aber der Brasilianer überstand Müllers Schlussansturm und rettete sich den früh erarbeiteten Vorsprung ins Ziel. Mit 18-13 siegte Everton Lopez und konnte seinem beeindruckenden Kampfrekord einen weiteren guten Namen hinzufügen.
Artem Zaytsev (Russland) maß sich nun mit Artem Harutyunyan (Deutschland). Im Duell der Namensvettern setzte sich der Deutsche zuerst die besseren Treffer. Vor allem Harutyunyans Linker Haken schlug mehrmals ein wie eine Bombe. Zaytsev steckte die Schläge aber weg und kam in Runde 2 zurück. Es gelang ihm nun, Harutyunyan mehrmals in wilde Schlagabtäusche zu verwickeln, in denen er Vorteile hatte. Harutyunyan konnte seinerseits Treffer landen, tat dies aber nicht mehr so häufig, wie noch zu Beginn. Zaytsev kam nun auf und landete in Runde 3 deutlich mehr Hände, als der Deutsche. Dies zahlte sich aus: Artem Zaytsev entschied das Duell mit 19-13 für sich und konnte einen weiteren starken Sieg verbuchen.
Mittelgewicht
Jetzt kam Stefan Härtel (Deutschland) dran. Er traf auf Dmitry Bivol (Russland), der in seinen vorherigen Kämpfen stets technisch feines Boxen unter Beweis gestellt hatte. Beide Kämpfer starteten gut und schafften es, den Gegner zu erwischen. Härtels Rechte machte in dieser knappen Anfangsphase den Unterschied und brachte ihm eine 4-2 Führung ein. Bivol kam allerdings besser in den Kampf und schaffte es, seinerseits einige Schlaghände an Härtels Kopf unterzubringen. Ende der 2ten Runde war er auf 8-7 herangekommen. Härtel verteidigte seinen Vorsprung aber mit aller Macht. Zu Beginn der letzten Runde landete er mehrere gute Treffer. Bivol kam erst am Ende auf, als er Härtel leicht anknockte. Der Deutsche klammerte sich aber durch diese Phase und schaffte es, seinerseits zurück zu kommen. Mit 14-13 siegte der Deutsche letzten Endes und hält sich weiterhin im Turnier.
Jetzt kam es zum Kampf zwischen Danabek Suzhanov (Kasachstan) und Esquiva Florantino (Brasilien). In einem engen Gefecht war er vorerst der Brasilianer, der sich Vorteile erarbeiten konnte. Mit 4-3 ging Florantino in Runde 2. Der Kasache erhöhte nun seine Bemühungen und konnte eine Handvoll Schläge an den Mann bringen. Doch Florentino blieb stark und konnte aus dem Rückwärtsgang heraus Konter setzen. Mit einem starken 11-8 ging der Brasilianer in die Schlussrunde. Dort war es allerdings Suzhanov, der eine Reihe von harten Treffern landen konnte. Florentinos Kondition ließ mittlerweile nach. Mit letzter Kraft hielt er sich auf den Beinen – Und war siegreich. Mit 15-12 zog Esquiva Florentino in die nächste Runde ein.
Schwergewicht
Patir Umitcan (Türkei) duellierte sich nun mit Xuanxuang Wang (China). Letzterer klammerte Umitcan erst einmal ab, als dieser sofort aggressiv zur Sache ging. Beide Boxer mussten während der Halte- und Schiebeaktion zu Boden, kamen aber unverletzt wieder auf die Beine. Wang nutzte seinen unsauberen Stil, um sich auf clevere Art und Weise eine 4-2 Führung herauszuholen. Doch in Runde 2 kam Umitcan auf. Wang fand sich am Boden wieder und wurde angezählt, ehe dem Türken unverständlicherweise ein Punkt abgezogen wurde. Der Clinch ging stets vom Chinesen aus, der zusätzlich noch 2 Rechte Umitcans kassierte. Dennoch sahen ihn die Punktrichter vor dem 3ten Durchgang mit 11-7 vorne, was für manch verwunderten Ausruf seitens der Zuschauer sorgte. Der in Deutschland lebende Türke hatte einige Anhänger mit nach Halle gebracht, die ihren Mann nun lautstark zu unterstützen wussten. Umitcan machte den Kampf und traf mehr als Einmal mit der Rechten. Auch der wuchtige Linke Haken hinterließ Wirkung. Wang wirkte mit dem Druck seines Gegners überfordert. Das 17-9 zu seinen Gunsten spiegelte am Ende alles, aber nicht den Kampfverlauf wider.
Julio Castillo (Ecuador) traf im letzten Kampf des Nachmittags auf den starken Artur Beterbiev (Russland), der sich mit einer starken Vortagesleistung zum Turnierfavoriten gekrönt hatte. Dies unterstrich Beterbiev auch sofort, indem er Castillo mit seinem Linken Haken, der am Vortag für den ersten vorzeitigen Sieg des Turniers gesorgt hatte, bearbeitete. Der Ecuadorianer versuchte dagegen zu halten, schaffte es aber nicht, den unaufhörlichen Attacken des Russen etwas entgegen zu setzen. E Beterbiev Castillo an die Seile, hetzte ihn von einer Ecke zur anderen und verdiente sich den Applaus der Zuschauer. Immer wieder drängt Nach Drei einseitigen Runden siegte Beterbiev mit 14-5, womit er noch einmal seine Klasse unterstrich.


































