Chemiepokal: Tag 2 (Abend)
- Erstellt am Freitag, 16. März 2012 00:01
Nachdem bereits Am Vor- und Nachmittag gekämpft wurde, fand auch Abends eine Kampfeinheit des Chemiepokals 2012 statt. Da Zwei Kämpfer nicht antraten, bekamen die Zuschauer leider nur 10 Fights zu sehen, die es aber nichts desto trotz in sich hatten.
Bantamgewicht
Im ersten Fight trafen Denis Makarov (Deutschland) und Tugstsogt Nyambayar (Mongolei) aufeinander. Makarov boxte sich sofort einen kleinen Vorteil heraus und konnte in Runde 1 einen 3-2 Vorsprung erkämpfen. Aber der Mongole hielt entschlossen dagegen und konnte zu Beginn des 2ten Durchgangs mehrere Treffer ins Ziel bringen. Eingebunden wurden diese in Zwei blitzschnelle Kombinationen, die Makarov voll nehmen musste. 6-6 stand es nach Ende der 2ten Runde, Aufholjagd Nyambayars hatte Erfolg gehabt. Auch in der Schlussrunde kam der Mongole aggressiv auf Makarov zu, der mehr am reagieren als am agieren war. 12-10.
Vacheslav Gojan (Moldawien) sollte sich im Anschluss eigentlich mit Pedro Quipo (Ecuador) messen. Aber der Moldawier trat nicht an, was für Quipo einen Sieg durch WO Bedeutete. Somit bekam der Ecuadorianer die Gelegenheit, Kraft für die kommenden Tage zu sparen.
Kanat Abutalipov (Kasachstan) kollidierte nun mit Mehmet Topcakan (Türkei), der nach Zwei boxerisch sehr starken Runden, in denen vor allem sein Fleiß, seine Konditon und eine unheimliche Schlagfrequenz ausschlaggebend waren, bereits klar führte. 10-4 hieß es zu diesem Zeitpunkt. Abutalipov hatte dem Schlaghagel seines Widersachers nichts zu erwidern, ließ aber sein enormes Kämpferherz aufblitzen. Dieser Trend setzte sich auch im Verlauf der letzten Runde fort, als der Türke noch einmal an Tempo zulegte und den Sieg nicht mehr aus der Hand gab. 18-11 hieß es am Ende.
Auch der Kampf zwischen Mohammed Amine Ouadahi (Algerien) und Orzubek Shaimov (Usbekistan) fand leider nicht statt. Quadahi hatte sich bereits während seines Sieges am Vortag verletzt und konnte deshalb nicht mehr antreten.
Halbschwergewicht
Dauivdas Semiotas (Litauen) und Egor Mekhontcev (Russland) fochten den nächsten Kampf aus, der zugleich auch der erste Halbschwergewichtskampf war. Mekhontcev startete aggressiver in den Fight, während sich der Litauer erst einmal auf Konter verlegte. Dementsprechend klar holte sich der Russe den ersten Durchgang, den er mit einer 4-1 Führung beenden konnte. Diese baute er im Verlauf der 2ten Runde aus. Mit einem lockeren 12-2 wies er seinen Kontrahenten in die Schranken. Auch ein Anzählen war dabei. Die Ecke des Litauen erkannte dies – Und gab auf. Sieg durch Aufgabe nach Runde 2 für Egor Merkhontcev, der somit weiter Hoffnungen auf den Turniersieg haben kann.
Adilbek Nyazyumbetov (Kasachstan) kämpfte nun gegen den starken Peter Mullenberg (Niederlande). Der Kasache boxte in einem sehr taktischen Kampf, in dem sich die Boxer viel belauerten, etwas klüger und ging mit 3-2 in Front. Mullenberg schraubte daraufhin das Tempo in die Höhe und versuchte, Druck auf den Kasachen auszuüben. Aber Nyasyumbetov konterte geschickt und schaffte es, ein 7-5 zu erreichen, mit dem er die letzte Runde als Führender bestreiten konnte. Aber Mullenberg hatte sich noch lange nicht aufgegeben. Mit dem Herz eines Löwen kämpfte sich der Niederländer heran und landete mehrere Rechte Schlaghände. Doch auch der Kasache war sich bewusst, dass der Kampf noch nicht gewonnen war. Beherzt keilte er mit und landete Konter. Mit 11-9 war es am Ende dennoch der Kasache, der den Kampf für sich entscheiden konnte.
Elshod Rasulov (Usbekistan) und Joe Ward (Irland) lieferten sich nun einen spektakulären Kampf, in welchem der Usbeke den besseren Start erwischte. Ward musste bereits kurz nach Beginn schwere Treffer kassieren, die er aber problemlos wegsteckte und augenblicklich zurück keilte. Nun musste auch Rasulov sein Kinn unter Beweis stellen. Es hielt! Beide Boxer standen auch in Runde 2 Fuß an Fuß und lieferten sich einen harten Schlagabtausch. Volltreffer waren auf Beiden Seiten zu verzeichnen. Nach und nach gewann Ward aber knapp die Oberhand. Er konnte immer einen Treffer mehr ins Ziel bringen, während Rasulov sich zwar erfolgreich wehrte, angesichts der Schlagmasse aber immer mehr in den Rückwärtsgang gedrängt wurde. Ward spürte dies und legte noch eine Schippe drauf. In der Schlussrunde erhöhte der Ire seine Schlagfrequenz und sicherte sich einen klaren 20-9 Sieg, der aber ein bisschen zu hoch schien.
Jetzt kam WSB Star Kevin Künzel (Deutschland) dran. Er bekam mit Carlos Gongora (Ecuador) einen harten Brocken vorgesetzt, der auch sofort mit einer starken 1ten Runde begann. Künzel landete zwar die klareren Treffer, hatte aber Probleme mit der Workrate seines Kontrahenten. Ein ähnliches Bild zeichnete sich in der 2ten Runde ab, als der Ecuadorianer das Kommando übernahm und Künzel in die Defensive drängt. Dementsprechend lag der Deutsche vor der Schlussrunde auch zurück. Aber Künzel hatte sich noch nicht aufgegeben: Unterstützt vom frenetischen Applaus des Publikums stürzte er nach Vorne und landete eine Reihe von schweren Treffern. Gongora nahm alles ohne zu wackeln, keilte zurück, wirkte in dieser Phase aber klar unterlegen. Als der Schlussgong ertönte, hatten Viele das Gefühl, Künzel hätte den Kampf knapp gewonnen. Aber zur Enttäuschung der Halleneser wurde Carlos Gongora mit 15-14 hauchdünn zum Sieger erklärt.
Super-Schwergewicht
Nun kam es zum Duell zwischen dem Silbermedaillengewinner von Peking, Zilei Zhang (China) und Con Sheehan (Irland). Zhang begann in einem Kampf, der wenig Tempo beinhaltete, etwas besser. Zwischen den zahlreichen Klammer-Aktionen fand der Chinese immer wieder Gelegenheit zum Treffen. Vor allem seine wuchtige Schlaghand fand mehr als einmal ins Ziel. Runde 2 sah ein ähnliches Szenerio: Sheehan mühte sich ab, ließ aber im Kontrast zu seinem Kontrahenten ein bisschen an Technik vermissen. Nach 2 Runden stand es 9-5 für Zhang, der im 3ten Durchgang noch einen draufsetzte und letzten Endes verdient mit 14-9 gewann.
Erik Pfeifer (Deutschland) bekam es nun mit Muhammet Erhan Aci (Türkei) zu tun. Im Verlauf der 1ten Runde brachte Pfeifer gleich mehrmals seine brilliante Links-Rechts Kombination unter. Allerdings hielt Aci vorerst mit. Einige Konter des Türken trafen durchaus ins Ziel. Resultat nach Ende der Runde war auch faires 4-4. Doch es war klar, dass sich keiner der Beiden Kämpfer damit zufrieden geben würde. In der Folge wurde Aci stärker und brachte mehrere Haken bei Pfeifer unter, der offensichtlich Probleme mit den überfallartigen Angriffen seines Gegners hatte.Doch Pfeifer hielt dagegen und übernahm die Kontrolle als Aci Ende der Runde nachließ. Mit einem 7-8 Rückstand im Rücken stürmte Pfeifer in Runde 3 aus der Ecke, um seine harte Rechte gleich mehrmals ins Ziel zu bringen. Der Türke wurde müde, was mit einem sichtbaren Tempoverlust einherging. Pfeifer hatte nun keine Mühe mehr, Aci nach Belieben zu treffen und holte sich mit einem wahren Schlaghagel einen 21-10 Sieg. 14 Treffer in Runde 3 brachten ihm den Sieg.
Mihal Nistor (Rumänien) und Sardor Abudalaev (Usbekistan) ermittelten nun den Sieger der vorletzten Kampfes. Der Rumäne startete aggressiver und schaffte es, sich im Lauf des 1ten Durchgangs eine 5-3 Führung zu erboxen. Besonders die harten Körpertreffer Nistors erwiesen sich als Schlüssel. Abudalaev erstarrte vor Schmerzen, zog die Deckung hoch und ließ sich ohne weitere Gegenwehr bearbeiten. In Runde 2 wurde er Zweimal angezählt, da er sich schlicht und einfach nicht wehrte und hilflos Treffer nahm. Mit 15-5 war Nistors Vorsprung mittlerweile deutlich angewachsen. Es hatte den Anschein, als habe Abudalaev nichts mehr im Tank. Schweren Schrittes kam er aus seiner Ecke und stellte sich erneut den unaufhörlichen Attacken des Rumänen. Fast Drei Minuten wurde der Usbeke bearbeitet, ehe er schwer schnaufend aus dem Kampf genommen wurde. RSC (Abbruch) in Runde 3! Mihal Nistor hinterließ somit einen starken Eindruck und dürfte in dieser Form nur schwer zu schlagen sein.
Im letzten Kampf des Abends traten nun Ivan Dychko (Kasachstan) und Sergey Kuzmin (Russland) aufeinander. Der Groß gewachsene Dychko startete etwas besser in den Kampf, indem er den massigen Russen immer wieder aus dem Rückwärtsgang heraus mit Kontern erwischte. Dabei hielt der Kasache mit einer für seine Größe beachtenswerten Beinarbeit die Distanz, sodass Kuzmin vorerst nicht in die richtige Distanz kam. Dies setzte sich teilweise auch in Runde 2 fort. Kuzmin fand erst am Ende der Runde in den Kampf, als er Zwei harte Rechte Schlaghände landen konnte. Die letzte Runde versprach Spannung. Dychkos Kondition ließ jetzt nach, womit auch seine Beinarbeit verschwand. Kuzmin überbrückte die Distanz und schmetterte seine Rechte mehrmals an Dychkos Kinn. Dies zahlte sich am Ende aus: Beim Stand von 4-4 wurde, da es beim Chemiepokal keine Unentschieden gibt, der Russe zum Sieger ausgerufen. Ein knapper, aber verdienter Sieg für Sergey Kuzmin.


































