Sugar Ray Robinson gewann 174 Profikämpfe in einer Welt ohne vier Gürtel, ohne Pay-per-View, ohne nationale Pause. Trotzdem steht er in fast jedem Pound-for-Pound-Ranking vor Muhammad Ali. Diese Übersicht stellt die zehn Boxer vor, die historische Listen über Generationen hinweg anführen: einen ungeschlagenen Schwergewichts-Champion, einen Mann, der drei Titel gleichzeitig hielt, einen Federgewichtler, der 229 Kämpfe gewann.
Das Ranking: Die zehn besten Boxer aller Zeiten
1. Muhammad Ali
Ali (1942–2016) gilt vielen als der beste Boxer aller Zeiten. Dreifacher Schwergewichts-Weltmeister, Olympiasieger 1960, bekannt für seine Kombination aus Schnelligkeit, Intelligenz und Willenskraft. Kämpfe gegen Joe Frazier („Thrilla in Manila“), George Foreman („Rumble in the Jungle“) und Sonny Liston zählen zu den historischen Momenten des Sports. Ausführliches Profil: Muhammad Ali.
2. Sugar Ray Robinson
Robinson (1921–1989) wird von Box-Historikern häufig als pound-for-pound bester Boxer aller Zeiten geführt. Weltmeister im Welter- und Mittelgewicht, mit einem Profirekord von 174 Siegen. Seine Technik, Kombinationsschnelligkeit und Fußarbeit galten als unerreicht. Ali selbst nannte ihn sein Vorbild.
3. Joe Louis
Louis (1914–1981) hielt den Schwergewichts-WM-Gürtel zwölf Jahre lang (1937–1949) und verteidigte ihn 25 Mal, ein Rekord, der bis heute steht. Sein Rückkampf gegen Max Schmeling 1938 wurde zum Symbol für mehr als nur Sport.
4. Roberto Durán
Durán aus Panama, „Hands of Stone“, gilt als einer der härtesten Schläger der Boxgeschichte. Weltmeister in vier Gewichtsklassen (Leichtgewicht, Weltergewicht, Halbmittelgewicht, Mittelgewicht), mit einem Profirekord von 103 Siegen.
5. Willie Pep
Pep (1922–2006) gewann als Federgewichts-Weltmeister 230 von 241 Kämpfen. Seine Ausweichtechnik machte Gegner hilflos. Trotz vergleichsweise geringer Öffentlichkeitspräsenz gehört er in jede Top-10-Liste technischer Boxkunst.
6. Henry Armstrong
Armstrong (1912–1988) hielt 1937/38 gleichzeitig drei WM-Titel in drei Gewichtsklassen (Federgewicht, Weltergewicht, Leichtgewicht). In der modernen Boxwelt mit vier Verbänden ist das nicht mehr reproduzierbar.
7. Archie Moore
Moore (1913–1998) hielt den Weltmeistertitel im Halbschwergewicht zehn Jahre lang (1952–1962). Mit 132 KO-Siegen hält er den offiziellen Weltrekord für Knockouts in der Profikarriere.
8. Carlos Monzón
Monzón (1942–1995) verlor nach Oktober 1964 keinen einzigen Kampf mehr. Als Weltmeister im Mittelgewicht verteidigte er seinen Titel 14 Mal. In Argentinien gilt er als nationaler Held des Boxsports.
9. Rocky Marciano
Marciano (1923–1969) ist der einzige Schwergewichts-Weltmeister, der seine Karriere ungeschlagen beendete. 49 Kämpfe, 49 Siege (43 durch KO). Er trat 1956 zurück, ohne je eine Niederlage erlitten zu haben.
10. Floyd Mayweather Jr.
Mayweather beendete seine Karriere 2017 mit einem makellosen 50-0-Rekord. Als Verteidigungsspezialist in fünf Gewichtsklassen gilt er als der modernste Vertreter effizienter Boxkunst.
Was macht einen Boxer zum „Besten aller Zeiten“?
Historische Vergleiche im Boxen sind schwierig. Unterschiedliche Epochen, Regelwerke, Medizin und Training. Pound-for-Pound-Rankings versuchen ein objektiveres Bild zu zeichnen. Subjektiv bleibt es trotzdem.
Vier Kriterien tauchen in fast jeder Bewertung auf: die Qualität der Gegner, gemessen an der Dichte echter Spitzenduelle; die Dominanz innerhalb der eigenen Ära; die Langlebigkeit auf Topniveau; und die Vielseitigkeit über mehrere Gewichtsklassen hinweg. Der Begriff pound for pound entstand in den 1940er-Jahren, um genau dieses Problem zu lösen: Er fragt nicht, wer am härtesten schlägt, sondern wer der beste Boxer wäre, wenn alle dasselbe Gewicht hätten. Geprägt wurde er, um Sugar Ray Robinson einzuordnen, dessen Klasse sich nicht an Körpergröße messen ließ. Moderne Ranglisten von „The Ring“, BoxRec und ESPN gewichten diese Kriterien unterschiedlich, weshalb dieselben Namen je nach Quelle in anderer Reihenfolge erscheinen.
Häufige Fragen
Wer gilt als der beste Schwergewichtsboxer aller Zeiten?
Muhammad Ali führt die meisten historischen Schwergewichts-Rankings an, gefolgt von Joe Louis und Rocky Marciano. Oleksandr Usyk gilt als bester aktiver Schwergewichtler der Gegenwart.
Wer ist der beste Boxer nach Punkten (pound-for-pound)?
Sugar Ray Robinson führt die meisten Pound-for-Pound-Rankings an. Für die Moderne werden Floyd Mayweather Jr. oder Manny Pacquiao genannt.
Welcher Boxer hatte den längsten ungeschlagenen Rekord?
Rocky Marciano beendete seine Karriere als einziger Schwergewichts-Weltmeister ungeschlagen (49-0). Floyd Mayweather Jr. blieb in der Moderne über 50 Kämpfe ungeschlagen (50-0).
Warum stehen alte Boxer oft vor modernen in den Ranglisten?
Frühere Champions bestritten weit mehr Kämpfe gegen Topgegner, weil es nur einen Titel pro Klasse gab. Diese Dichte an Spitzenduellen wiegt in historischen Rankings schwerer als makellose, aber kürzere moderne Bilanzen.